Wir denken die Energiewende gemeinsam zu Ende.

Interview mit Dr. Hans-Jürgen Brick, CEO der Amprion GmbH

Die Energiewelt verändert sich tiefgreifend. Wohin geht die Reise?

Europa leitet gerade einen radikalen Umbau ein: Wir bauen ein klimaneutrales Energiesystem. Das müssen wir ganzheitlich denken, mit den Energieträgern Strom, Gas und Wasserstoff – und mit den Sektoren Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung. Noch wissen wir allerdings nicht genau, wie stark die einzelnen Energieträger und Sektoren das Energiesystem prägen werden. Dieses Zielbild möchten wir gemeinsam mit vielen Partnern im Projekt „Systemvision2050“ entwickeln.

Das Foto zeigt den Amprion-CEO Dr. Brick. Er lehnt an ein Geländer und lächelt in die Kamera.

Amprion-CEO Dr. Hans-Jürgen Brick

Wie entsteht dieses Zielbild der Energiewende?

Zu unseren Stärken gehört, das Energiesystem der Zukunft in Modelle zu fassen. Das ist eine einzigartige Kompetenz. Wir stellen sie mehr als 20 Partnern zur Verfügung. Sie kommen aus verschiedenen Branchen und sind wichtige Stimmen in der Debatte um das Energiesystem von morgen. Sie können mit unserer Hilfe zunächst ihre eigene Systemvision entwickeln. Im Dialog miteinander kann dann jenes belastbare Zielbild der Energiewende entstehen, das uns heute noch fehlt. Wir denken sozusagen gemeinsam die Energiewende zu Ende. Und das wird spannend.

Wer profitiert von diesem weiten Blick in die Zukunft des Energiesystems?

Zunächst einmal alle Partner, weil sie die eigenen Annahmen überprüfen können. Ein Beispiel: Wie viele erneuerbare Energien müsste Deutschland nach Stand der Dinge importieren, wenn es bis spätestens 2050 eine Vollversorgung mit Erneuerbaren anstrebt? Darauf gibt unsere Modellierungssoftware belastbare Antworten. Alle Partner haben damit erstmals auch eine gemeinsame Basis, um sich miteinander auszutauschen und über ein gemeinsames Zielbild zu diskutieren. Davon wird wiederum die Politik profitieren, weil sie am Ende der Diskussion eine belastbare Basis hat, um Weichen für das Energiesystem von morgen stellen zu können.

Hat Amprion auch eine eigene Systemvision?

(lacht) Wir beschäftigen uns täglich mit der Zukunft des Energiesystems – und wir wollen einen wesentlichen Beitrag leisten, damit es klimaneutral wird. Dafür bauen wir unsere Stärken bei der Systemplanung aus, treiben Digitalisierung und Innovationen voran. Wir denken sektorenübergreifend und nehmen alle Energieträger in den Blick. Aber wir kennen beileibe nicht alle Antworten. Wir wollen sie vielmehr gemeinsam mit unseren Partnern herausfinden. So verstehen wir unsere Aufgabe als Übertragungsnetzbetreiber der nächsten Generation.

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